Grusswort
Thüringen geht voran
Gedanken zum Thüringer Stiftungstag – von Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

Im Jahr 2014 wurden in Thüringen 16 neue Stiftungen ins Leben gerufen. Thüringen kommt damit aktuell auf insgesamt 293 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. In Bezug auf das prozentuale Wachstum der Zahl der Stiftungen belegt Thüringen im Vergleich der Bundesländer zwar einen Spitzenplatz: die Wachstumsrate liegt mit 5,4 Prozent – allerdings ausgehend von vergleichsweise niedrigem Niveau. Entscheidend ist aber: Thüringen, dem Land mit überproportional starkem bürgerschaftlichen Engagement, ist stiftungsfreundlich, und das zahlt sich aus.
Auch die Stiftungsdichte in Thüringen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Auf 100.000 Einwohner kommen 14 Stiftungen. Das liegt zwar deutlich niedriger als der bundesweite Durchschnitt von 26 Stiftungen pro 100.000 Einwohner, unter den östlichen Bundesländern ist Thüringen damit aber Spitzenreiter. Im Vergleich aller deutschen Großstädte zeigt sich: Jena landet mit 25 Stiftungen pro 100.000 Einwohner auf Platz 46 – genauso wie Berlin – und schneidet damit besser ab als die Landeshauptstadt Erfurt, die mit 20 Stiftungen pro 100.000 Einwohner Platz 53 belegt. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 15,2 Prozent ist der Anteil der Kunst und Kulturzwecke mit 22 Prozent im Freistaat überproportional hoch. Ein Grund könnte die hohe Dichte an Kulturgütern zwischen Nordhausen und Sonneberg sein, deren Erhalt über gemeinnützige Stiftungen finanziert werden soll. 25 Prozent der Thüringer Stiftungen widmen sich sozialen Zwecken. Dazu gehört – die ersten Stiftungen im Mittelalter waren immer mildtätiger Natur – auch eine der ältesten Stiftungen in Thüringen, das 1200 errichtete und 1895 wiederrichtete Hospital "Zum heiligen Geist" in Heilbad Heiligenstadt.

Das Engagementland Thüringen ist auch für den deutschen Stiftungssektor Trendsetter: denn mittlerweile ist nicht mehr nur unter Engagementexperten vom "Thüringer Modell" die Rede. Gemeint ist damit die 2002 gegründete Thüringer Ehrenamtsstiftung und deren Funktionsweise. Mit ihrer Grundstruktur – privatrechtliche Stiftung, die so genannte Engagement-Infrastruktur fördert – war die Ehrenamtsstiftung Vorbild weiterer Ehrenamtsstiftungen, so in Hessen und jüngst in Mecklenburg Vorpommern; und auch in anderen Bundesländern und auf Bundesebene wirkt das "Thüringer Modell" mittlerweile vorbildgebend.

Daher schauen wir, der Bundesverband Deutscher Stiftungen, gespannt auf die Gedanken und Visionen, die am 3. Juli ausgetauscht werden, und freuen uns darauf, davon zu lernen.

Wir hoffen auf hilfreiche Erkenntnisse auf dem Thüringer Stiftungstag 2015, die wir dann in bundesweite Dialoge des Stiftungswesens einbringen können, und wünschen der Veranstaltung herzlich einen guten Verlauf.
Rückblick
Impressionen des Thüringer Stiftungstages 2015 im Erfurter Augustinerkloster.



Fotograf: Christoph Blankenburg


Künstlerische Impressionen des Thüringer Stiftungstag 2015 von Veit Gossler.



Veit Gossler Website


Impressionen der Bürgerstiftung Erfurt


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Impressionen des ERFURT Bildungszentrum Unternehmensverbundes


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Impressionen des Kreissportbundes Hildburghausen e.V.



Impression von Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen e.V.


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Impressionen der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Mittelthüringen


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Impressionen der Thüringer Staatskanzlei


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Impressionen des Verbands Deutscher Unternehmerinnen


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